Immobilienmakler. Was sind sie und wie geht man mit Ihnen um?

Berufsbedingt möchte ich diesem Teil, auch wenn es Ihnen im ersten Moment unnötig vorkommen mag, besondere Aufmerksamkeit widmen, da sowohl Sie als auch viele Immobilienmakler sich selbst einiger Punkte in diesem Kapitel definitiv nicht bewusst sind.


Zu Beginn: Wenn Sie sich fragen, wofür Sie den Makler brauchen oder ihn überhaupt zahlen sollen, dann stellen Sie sich an der Stelle auch die Frage, wie viele Immobilien Sie bereits ohne ihn gefunden haben, wenn es angeblich so einfach ist, den Job des Maklers zu erledigen. ;-)

Aha. Dachte ich mir. Genau darum lesen Sie diesen Artikel. Dies nur als kleiner Denkanstoß am Rande und nun viel Spaß.


Wir sollten zunächst klären, was Makler wirklich sind. Vermutlich gilt die untenstehende Definition nicht für alle Makler, aber es wäre wünschenswert, wenn die Branchenkollegen ebenfalls diese Definition für sich anerkennen würden.


Besichtigung Wohnung
Immobilienbesichtigung


Definition eines Maklers durch seinen Beruf:


Ein Makler ist die Person, die entscheidet, ob Sie eine Immobilie bekommen oder nicht. Ein Makler ist die Person, die die Basis legt für Sie, Ihre Kinder und deren Freundeskreis, Ihren Freundeskreis, der auf den Eltern der Freunde Ihrer Kinder beruhen wird.

Ein Makler ist die Person, die vielleicht sogar über Generationen hinweg eine Entscheidung trifft, die das Schicksal Ihrer Familie bestimmt. Trennungen, Scheidungen, Todesfälle, Unfälle, Feiern, Spieleabende, die erste unangemeldete Hausparty, wenn Sie kurz über ein Wochenende weg sind und der Junior alleine


ist, der Raum in dem sich die Affäre Ihrer Gattin versteckt, bis Sie gefahrlos das Haus verlassen kann - Das alles sind Konsequenzen aufgrund einer Entscheidung des Maklers.

Gleiches gilt für Ihre finanztechnische Verschuldung: Wasserschäden, Umweltkatastrophen, etc. für all diese Dinge könnten Sie, wenn


Sie davon betroffen sein werden, dem in Zukunft Makler die Schuld geben, denn er hat entschieden, dass Sie vor vielen Jahren diese Immobilie bekommen haben.


Darüber ist sich sicherlich nicht 1 % der Makler bewusst, aber meine Kollegen und ich sind uns dieser Verantwortung bewusst und leben unseren Beruf nach dem Prinzip für alle Parteien, die beste Entscheidung zu treffen.

Menschen die niemals miteinander reden würden zu einem gegenseitigen Super-Deal zu verhelfen, das ist das was Spaß macht. Wenn


die Verkäufer die Käufer zum ersten Mal beim Notartermin oder auch erst bei der Übergabe sehen und sagen: „Meine Güte, DIE haben so viel Geld? Denen hätten wir die Immobilie wahrscheinlich nicht mal gezeigt…“ – dann ist die Arbeit erfolgreich gewesen. Warum? Weil „DIE“ schon x-mal abgewiesen wurden und nun glücklich sind und „wir“ nun offenbar aufgrund der Verzweiflung bei der Haussuche von „DIE“ viel Geld für die Immobilie erhalten.


Vielleicht war es also gar nicht so schlecht, dass Sie die anderen Immobilien bisher nicht bekommen haben….


Und als zweites möchte ich Ihnen eine Frage stellen:

Wenn ein Makler zwischen Ihnen und einer großen Anzahl von anderen Interessenten für eine Immobilie auswählen kann, warum sollte er sich dann für Sie entscheiden?


Aus Ihrer Sicht kann ich nachvollziehen, dass Sie die Frage verwundern mag, denn schließlich sind Sie ja zahlende Kunden, bzw. haben vielleicht eine Finanzierung in der Tasche und möchten gerne so schnell wie möglich diese ganz bestimmte Immobilie erwerben.


Das ist absolut korrekt. Jedoch sind Makler in der Regel eher aufwandsscheue Vertreter der Eigentümer. Den Maklern heutzutage ist bewusst, dass Ihnen ein Großteil der Arbeit, nämlich die mühevolle Akquise von Kaufinteressenten dank der großen Immobilienplattformen über das Internet abgenommen wird. Der Rest ist dann für viele Vertreter der Zunft "lästiger Menschenkontakt".


 

Hier nun die echt wichtigsten Tipps für den Umgang mit einem Makler oder einer Maklerin:


1. Wie bereits im Artikel zu den korrekten Anfragen erwähnt: Sprechen Sie einen handelsüblichen Makler mit seinem Namen in der Besichtigungsanfrage an und nennen Sie Ihren eigenen Vor- und Zunamen. Nicht den Ihres Mannes oder Ihrer Großmutter oder ähnliches. Gern gesehen ist auch ein kleiner Text. Der Inhalt ist egal und kann auch gelogen sein, aber der Makler sieht, dass sich jemand Mühe gegeben hat. Dennoch sollten Texte in den Anfragen, die Sie versenden auch Sinn ergeben. Fragen Sie z.B. nicht als 8-köpfige Familie für eine 3-Zimmerwohnung an und wenn doch: Erwähnen Sie nicht wie viele Personen Sie sind bzw. in der Wohnung sein wollen.


2. Machen Sie ihm kein Kompliment, wegen seines Anzugs, Autos, seiner Uhr, seiner Frisur etc. Makler können damit schlecht umgehen, denn sie wissen oft nicht, ob Sie das sarkastisch meinen könnten, so wie: "Na, der hats ja." oder ihm eine echte Anerkennung aussprechen, die nur dazu dient, sich bei dem Makler einzuschleimen. Sollten Sie es mit einer Maklerin zu tun haben: Flirten Sie nicht mit ihr. Nur weil Sie einen Blazer trägt mit hohen Schuhen und Sie diesen Anblick nicht von Ihrer Frau gewohnt sind und die Tatsache, dass sie Sie an die strenge Geschichtslehrerin, die Sie in der 9. Klasse hatten, erinnert und Sie das irgendwie hibbelig macht.

Sie mag Sie nicht und am meisten stechen Sie aus der Masse der anderen Interessenten hervor, wenn Sie nicht mit ihr flirten. (Davon haben die Damen der Zunft nämlich nach dem x-ten Termin an diesem Tag schon genug traurige Versuche erlebt.)


3. Makler sind, ähnlich wie Mitarbeiter in einem Baumarkt, denen man ein ähnliches Verhalten nachsagt, sehr scheue Wesen. Das hat nichts mit Ihnen persönlich zu tun, vorerst, sondern eher mit der Tatsache, dass sie niemandem Vertrauen, weil sie schon zu oft enttäuscht wurde. Reiner emotionaler Selbstschutz also. (Warum sich die Baumarktangestellten so verhalten, ist jedoch bisher weitgehend unbekannt.)


4. Sollten Sie Fragen zur Immobilie nach der Besichtigung haben, versuchen Sie diese zu vermeiden und Informieren Sie sich selbst. Das ist so dermaßen absurd, da Sie ja schließlich dem Makler sogar Geld für seine "Leistung" zahlen müssen, aber ich meine damit etwas Bestimmtes.

Fragen wie: "Wie hoch sind denn die Nebenkosten bei dem Haus?" Oder: "Kann ich den Baum da beim Nachbarn fällen?" oder auch: *klopft an Außenwand*-"kann man die wegmachen?" führen mitunter zu einem gewissen Zweifel und Unverständnis seitens des Maklers, wie es überhaupt möglich war, dass Sie es geschafft haben, so alt zu werden und dabei auch noch Geld für ein Haus anzusparen oder zu verdienen. Harte Worte. Ich weiß.

Viele Makler könnten Sie sowohl mit einfachen, als auch fachtechnischen Fragen verschrecken und anstatt Ihnen zu antworten verschwindet der Makler auf wundersame Weise aus Ihrem Leben.


FAZIT:

Es ist abschließend festzustellen, dass es keine ideale Lösung für den Umgang mit einem Makler gibt. Wir versuchen als Immobilienmakler sowohl für unsere Interessenten als auch für unsere Verkäufer immer die Extrameile an Service zu leisten, denn wir leben auch von unserer guten Reputation und schließlich lieben wir unsere Arbeit.

Also warum sollten wir weniger tun?


 

In unserem nächsten Artikel geht es darum, wie Sie eine eigene schnelle Immobilienbewertung in wenigen Schritten durchführen können, ohne ein Mathegenie oder Immobiliengutachter sein zu müssen.